Die (kleine) Grundausstattung für die Autopflege

 

 

Um den "böse(n), böse(n) Waschanalgen" in Zukunft aus dem Weg gehen zu können, müsst ihr euch eine eigene Ausstattung für die Wagenwäsche zulegen, sozusagen eine "Autokosmetiktasche". Die nachstehende Auflistung beschränkt sich auf das Notwendigste für die schonende Lack- und Innenraumreinigung. Zur Kostenoptimierung greifen wir hier auf einige Produkte aus dem Haushalt zurück. Diese Ausstattung ist natürlich erweiterbar und in der nächsten Woche stellen wir euch dann "das große 1x1 der Grundausstattung" vor.

 

 

- 2 saubere Putzeimer

- 2 Waschhandschuhe

- 1 großes Mikrofasertuch

- 1 kleines Mikrofasertuch

- 1 Autoshampoo

- 1 Felgenreiniger

- 1 Glasreiniger

- 1 Kunststoffpflege

- 1 Staubsauger (optional)

- Staubtücher

 

PUTZEIMER

Den Eimer benötigt ihr für die Lackwäsche. Warum zwei Eimer? Ganz einfach: Wenn ihr mit eurem Waschhandschuh den Lack wascht, sammeln sich in ihm Schmutzpartikel, die der Handschuh vom Lack aufnimmt. Damit ihr diesen Dreck ab jetzt nicht fortwährend über euren Lack reibt, (und Kratzer verursacht) solltet ihr den Handschuh regelmäßig ausspülen. Wenn ihr nur einen Eimer verwendet, sammelt sich der gelöste Dreck in eurem Wascheimer, die Chance ist sehr hoch, dass ihr ihn wieder in den Handschuh aufnehmt und den Lack zerkratzt. Damit das nicht geschieht, wird der Waschhandschuh in einem separaten Spüleimer ausgewaschen. Dadurch bleibt der Dreck in diesem Eimer und ihr könnt mit dem sauberen Handschuh in das saubere Waschwasser. Ihr solltet euren Spüleimer auch regelmäßig während der Wäsche ausspülen und neu füllen. Die Eimer sollten mindestens 10l fassen, damit ihr nicht zu oft neues Wasser holen müsst.

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WASCHHANDSCHUHE

Bei diesem Punkt kämpfen wir, gerade bei "erfahrenen" Autowäschern gegen Windmühlen. Waschhandschuh vs. Schwamm. Hier gewinnt für uns klar der Waschhandschuh- warum?

Waschhandschuhe bestehen in der Regel aus Mikrofasern. Diese haben aufgrund ihrer Struktur die Eigenschaft, Partikel (wie Dreck/Staub) von ihrer Oberfläche nach innen zutragen. Ein Schwamm kann das nicht. Außerdem besitzt er, für unseren Geschmack, eine zu harte Oberfläche.

 Ja! Es gibt mittlerweile moderne Schwämme, die nicht hart sind und den Dreck auch von der Oberfläche transportieren. Ich kann das aber den Schwämmen beim Kauf und auch danach leider nicht ansehen. Ich kann das auch nicht fühlen. Demnach müsste ich auf das Werbeversprechen des Herstellers vertrauen, dass es sich bei dem Produkt um so ein modernes Gewebe handelt… Würde ein Hersteller auf sein Produkt "alte Technologie, harter Schaumstoff, nicht zu empfehlen" raufschreiben? Wohl eher nicht, also greifen wir weiterhin zum Mikrofaserwaschhandschuh. Es gibt aber auch moderne Waschschwämme mit Mikrofaserüberzüge, diese sind auch geeignet.

Diese Handschuhe gibt es auch in verschiedene Ausführungen: Mit feinen gesponnenen Faser, ähnlich wie Fell und auch mit großen "Zotteln"- in der Variante überall für "ein Appel und ein Ei" zu bekommen. Wir raten generell zu einer Mischung der beiden Varianten. Einen "Fellhandschuh" für den Lack und einen "Zottelhandschuh" für Felgen, Radkästen und so weiter. Man kann aber durchaus auch mit einem "Zottelhandschuh" den Lack schonend reinigen. Jedoch solltet ihr dann regelmäßig die Oberfläche betrachten, ob sich dort Dreck gesammelt hat und ihn dementsprechend oft ausspülen.

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MIKROFASERTÜCHER - GROß & KLEIN

Die Mikrofasertücher dienen in der Grundausstattung zur Trocknung der Lackes. Eins vorab: das gute, alte Fensterleder tut ab sofort bitte das, was in seinem Namen schon steckt: Fenster. Bitte, bitte NICHT für den Autolack verwenden. Ehrlich gesagt verwenden wir diese Tücher nicht mal für die Fenster.  Der Grund dafür, ist der gleiche, wie bei den Waschhandschuhen. Mikrofasern können extrem viel Flüssigkeit aufnehmen und transportieren den Dreck nach innen. Für die Trocknung eignet sich am Besten ein großes und ein kleines Mikrofasertuch. Mit dem Großen bekommt ihr 90% der Flächen trocken gelegt. Das Kleine unterstützt euch dann bei engen und schmalen Stellen wie Türgriffen, Spiegel etc. Achtet beim Kauf darauf ein speziell für Autolack ausgelegtes Tuch zu wählen. Für eine optimale Wasseraufnahme sollte es zumindest auf einer Seite "langflorig" sein. Übrigens sind "Haushaltsmikrofasertücher" nicht geeignet für den Autolack, da Sie meist zu hart sind.

Zum Abschluss noch eine Anekdote, als ich mir eine neue Küche kaufte, wurde mir von dem Verkäufer dringend abgeraten Mikrofasertücher für die lackierten Fläche zu benutzen, das mache man nicht mehr, denn die Tücher würden lackierte Oberflächen zerkratzen. Hierzu sei gesagt: Der gute Mann hatte nicht mal unrecht, ABER 1. bezieht sich dieses Vorurteil auf die kurzflorigen, harten Haushaltstücher und 2. Ist Autolack in der Regel deutlich unempfindlicher als lackierte Möbel.  Also keine Angst: Mikrofaser ist die beste Wahl!

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AUTOSHAMPOO

Auch hier gibt es viele Mythen, die sich um das Shampoo für die Autowäsche ranken. Wir hoffen, dass wir hier die wichtigsten aufgreifen können:

- Spüli (Geschirrspülmittel) eignet sich wunderbar zum Autowaschen!?

Jein! Der Grundgedanke ist gar nicht so falsch! Spüli löst Schmutz und Dreck super an. Reinigungsleistung ist also in Ordnung. Jetzt kommt wieder das große ABER, Spüli ist zu "scharf"! Wenn ihr also ein Wachs auf eurem Auto habt, um den Lack zu schützen, wird Spüli mit hoher Wahrscheinlichkeit diese Schutzschicht vernichten. Es gibt einige professionelle Aufbereiter, die nach der eigentlichen Wäschen noch einmal mit Spüli waschen, um eben diesen Effekt zu erreichen, das alte Wachs runter zu holen. Ein weiterer Nachteil ist, das Spüli leider einen sehr schlechten Gleiteffekt hat. Da das Auto zu diesem Zeitpunkt der Wäsche nur einmal abgespült wurde, befindet sich noch viel Dreck auf dem Lack- klar, deswegen wird das Auto ja auch gewaschen. Aber durch die schlechte Gleitfähigkeit von Spüli, ist die mechanische Einwirkung auf den (dreckigen) Lack deutlich höher, als es optimal wäre. Dadurch können wieder Kratzer entstehen. Also KEIN SPÜLI FÜR DIE AUTOWÄSCHE!

- Billiges Autoshampoo aus dem Supermarkt tut es auch!?

Auch hier Jein! Die Erklärung ist ähnlich wie beim Spüli. Zwar wird ein billiges Autoshampoo eher selten eure Wachschicht angreifen, jedoch lässt die Gleitfähigkeit auch hier zu wünschen übrig. Also lieber ein billiges Shampoo als Spüli, aber trotzdem noch nicht optimal.

Was wir empfehlen:

Es gibt viele gute Hersteller und jeder von denen hat 2-4 verschiedene Shampoos im Angebot. Die Frage ist auch hier wieder: Was wollt ihr von dem Shampoo. Es gibt Shampoos, die einen Wachsanteil enthalten und somit nach der Wäsche einen kleinen Schutz hinterlassen. Oder Shampoos die eine extrem gute Gleitfähigkeit haben, andere haben einen besonders angenehmen Geruch, mehr Schaum weniger Schaum, stärker. milder… Viele Wege führen nach Rom. Jedoch ist das Transportmittel, dass euch nach Rom bringt hier der Fachhandel. Es lohnt sich wirklich das Shampoo (und einige andere Produkte) nicht im Super- oder Baumarkt zu kaufen. Wir beraten euch auch gerne, welches Shampoo für euch geeignet sein könnte. 

  • Shampoo ohne Wachszustände:

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  • Shampoo mit Versiegelungsanteil (Nanoshampoo)

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FELGENREINIGER

Die Scheibenbremsen haben leider die blöde Angewohnheit unsere Felgen einzusauen. Bremsstaub ist eine nervige Geschichte, die sich wohl nicht komplett vermeiden lässt, wenn man Scheibenbremsen hat. Außerdem bekommen die Felgen durch den Bodenkontakt immer den meisten Dreck ab. Um gerade den Bremsstaub gut entfernen zu können, ist es sehr hilfreich einen Felgenreiniger zur Hilfe zu nehmen. Die sind deutlich "schärfer" als gewöhnliche Shampoos oder Haushaltsreiniger, aber gleichzeitig auf das Material abgestimmt. Es gibt sie mit und ohne Säure. Zu säurehaltigen Reinigern würden wir wirklich nur erfahrenen Anwendern raten, da hier bei unsachgemäßen Umgang eine ganze Menge kaputt gehen kann. Felgenreiniger gibt es in jeder Preisklasse, im Supermarkt, im Baumarkt, immer mal wieder im Angebot bei Discountern und natürlich auch bei uns. Ob ihr jetzt einen aus dem Fachhandel nehmt oder einen günstigen, bleibt euch überlassen! Wir haben viele verschiedene getestet und festgestellt, dass gerade die aus Discounter eigentlich vernünftig sind.  Zwar etwas schlechter als spezielle aus dem Fachhandel, aber sie tun ihren Dienst! Aber man mag es kaum glauben, sie sind teilweise teurer als die Profiprodukte. Abraten wollen wir euch von überteuerten Felgenreiniger von Tankstellen, die sind ihr Geld in aller Regel nicht wert. Wir empfehlen: Entweder ihr wartet ab bis der gelb-blaue Discounter wieder einmal Autopflegeprodukte im Angebot hat und schlagt dann dort zu - oder (noch besser) bedient euch aus dem reichhaltigen Angebot des Fachhandels .

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GLASREINIGER

Glasreiniger gibt es natürlich auch von speziellen Fahrzeugpflegeherstellern. Wir sind allerdings der Meinung, dass ein gewöhnlicher Glasreiniger aus dem Haushalt ausreicht, vielleicht aber nicht unbedingt der billigste. Das Geheimnis des Scheibenputzens liegt ohnehin vielmehr in der Technik (bzw. der Übung), als am Reiniger. Wenn ihr immer kontrolliert, dass ihr streifenfrei arbeitet, funktioniert eigentlich jeder Glasreiniger wunderbar! Das einzige was die etwas teureren oft besser können ist, dass ein Großteil der Bestandteil bei oder nach der Verarbeitung "verfliegt", sodass sich keine Schicht auf der Scheibe bildet.

AUTOLACKAFFENTIPP:

Nehmt zwei Mikrofasertücher zum Reinigen. Ein kurzfloriges um den Glasreiniger mit der Verdreckung  von der Oberfläche abzuwischen und ein sogenanntes Waffeltuch (hat eine Struktur wie eine Waffel) um streifenfrei nachzuwischen.

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KUNSTSTOFFPFLEGE

Jetzt sind wir schon bei dem Step nach der Wäsche angekommen. Ist das Auto innen und außen sauber, macht es einen schönen Eindruck, wenn die Kunststoffe wieder schön schwarz bzw. dunkel glänzen. Hier gibt es im Baumarkt viele Produkte, die diesen Effekt erzielen. Den Mehrpreis im Fachhandel rechtfertigt nur die meist längere Haltbarkeit der dortigen Produkte. Achtet darauf, dass ihr die Pflege gleichmäßig verteilt, um keine Schlieren zu verursachen. Im Innenraum empfehlen wir eine Pflege, die "seidenmatten" Glanz produziert. Das sieht meist schöner aus, als speckige Armaturen und spiegelt nicht so sehr in der Scheibe. Lasst allerdings bitte die Finger von sog. "Cockpitsprays" in dieser Haarsprayflasche. Es ist im Innenraum nicht möglich, so gleichmäßig zu sprühen, dass alles gleich benetzt wird. Außerdem haben die meisten Kunststoffe im Innenraum eine Struktur, sodass das Verteilen der aufgesprühten Pflege sehr schwierig wird. Nehmt am besten eine Pflege, die ihr mit einem Tuch auftragen könnt.

AUTOLACKAFFENTIPP:

Den „Glanzgrad“ von wertigen Kunststoffpflegeprodukten im Innenraum, reguliert man mit einem kurzfolrigem Mikrofasertuch über das Nachreiben.

 

STAUBSAUGER

Wenn ihr keinen SB-Sauger benutzen wollt/könnt(das sind die, bei denen man 50ct hineinwirft und dann ca. 5min saugen kann), könnt ihr auch euren normaler Haushaltssauger verwenden. Wichtig ist hierbei, dass ihr für den Sauger eine möglichst schmal Düse besitzt, damit ihr überall drankommt.

AUTOLACKAFFENTIPP:

Umklebt das vordere Ende der Düse mit dickem Klebeband, so verursacht ihr keine Kratzer, wenn ihr mal Kunststoffe absaugen wollt. Alternativ könnt ihr die Kanten auch Anschleifen.

 

STAUBTÜCHER:

Es macht sich immer gut, vor dem Saugen nochmal mit einem Staubtuch über alle Armaturen und Oberflächen zu wischen. So könnt ihr den aufgewirbelten Staub gleich mit wegsaugen. Hierzu eignet sich jedes beliebige Staubtuch, das weich ist. Vermeidet Kuchenpapier oder Baumwolltücher, da ihr euch hiermit unschöne Kratzer in empfindliche Oberflächen machen könnt. Auch ein Mikrofasertuch funktioniert hierbei wunderbar. Wir benutzen gerne so einen "Swiffer"- Staubwedel.

 

Sollte ihr noch Fragen haben, schreibt uns gerne.

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