Exzenterpoliermaschine

Exzenterpoliermaschinen

Exzenterpoliermaschinen sind Poliermaschinen, die sich prinzipiell orbital bewegen, also in Form einer Acht.

Ex Zenter- aus der Mitte

Die Bewegung erfolgt immer von der Mitte nach außen, daher stammt auch die Bezeichnung Ex-Zenter, aus der Mitte. Die englischen Bezeichnungen geben weiter Aufschluss über die Funktionsweise der Exzenterpoliermaschinen. „Dual Action Polisher“ und „Random orbital Polisher“ sagen aus, dass die Maschine auf zwei Arten poliert (seitliche Bewegung und Rotation) und sich zufällig im Orbital bewegt. Durch diese Orbitalbewegung entsteht beim Stützteller Zentrifugalkräfte , die dazu führen, dass sich der Teller dreht- daher Dual Action (Ausnahmen bestätigen die Regel, aber dazu später mehr).

Übrigens bezeichnet man den Radius der orbitalen Bewegung als Hub. Auch dazu später mehr.

Es gibt verschiedene Exzenterpoliermaschinen, auf die wir nachfolgend eingehen wollen

Exzenterpoliermaschinen ohne Zwangsantrieb

Die Exzenterpoliermaschinen ohne Zwangsantrieb sind wohl am meisten verbreitet und funktionieren nach dem oben beschriebenen Prinzip. Ein Motor treibt den Stützteller exzentrisch an. Die Rotation des Poliertellers entsteht nur durch die Fliehkraft. Da die Rotation nicht auf einer Stelle wirkt, sondern der Stützteller dauerhaft bewegt wird, entsteht bei dem Polieren mit der Exzenterpoliermaschine nahezu keine Wärme. Dadurch ist sie besonders für unerfahrene Anwender sehr geeignet.

Es gibt die Exzenterpoliermaschinen ohne Zwangsantrieb mit verschiedenen Hubzahlen. Üblich sind 3,5 , 6 , 8 , 12 , 15 und 21 Millimeter.

Drehzahl oder Hub?

Bei Exzenterpoliermaschinen kann kein Drehzahlband angegeben werden, da die Rotation durch die Fliehkraft bestimmt wird. So nimmt die Drehzahl zum Beispiel bei mehr Druck ab. Stattdessen werden häufig die Hubbewegungen pro Minuten ausgewiesen. Dieser Wert ist aber wenig aussagekräftig und kann unbeachtet bei der Auswahl bleiben.

Stehender Teller vermeiden

Legt man den Stützteller beim Polieren nicht gerade auf oder gibt man zu viel Druck auf die Exzenterpoliermaschine, bleibt der Teller stehen. Mit einem nicht rotierenden Teller wird die Polier- und Schleifkraft der Maschine extrem reduziert. Man sollte daher immer darauf achten, dass sich der Teller beim Polieren dreht.

Für wen sind Exzenterpoliermaschinen ohne Zwangsantrieb geeignet?

Exzenterpoliermaschinen ohne Zwangsantrieb ermöglichen einen günstigen Einstieg in die Welt der Maschinenpolitur. Sie bieten eine hohe Sicherheit in der Anwendung und verursachen keine Hologramme. Auch ein Grauschleier entsteht mit Exzenterpoliermaschinen ohne Zwangsantrieb bis 8 Millimeter Hub nahezu nie. Außerdem bieten sie dem unerfahrenen Anwender ein gutes Feedback zu seiner Maschinenhaltung- hält er die Maschine nicht gerade, bleibt der Teller stehen. So kann die richtige Poliermaschinenhaltung schnell erlernt werden.

Exzenterpoliermaschinen ohne Zwangsantrieb mit kleinem Hub

Diese Poliermaschinen eignen sich in der Regel sehr gut für Einsteiger. Die meisten haben einen Hub von 6 bis 8 Millimetern und sind günstig in der Anschaffung. Gute Geräte sind für unter 200 Euro erhältlich. Bei vielen Exzenterpoliermaschinen ohne Zwangsantrieb mit kleinem Hub lässt sich der Stützteller einfach tauschen. Dadurch erhält man eine flexible Poliermaschine, die man auch an schmalen Stellen gut einsetzen kann. Allerdings gibt es in dieser Kategorie auch teure Vertreter wie die RUPES LHR 12 ES mit 12 Millimetern Hub.

Für wen sind Exzenterpoliermaschinen mit kleinem Hub geeignet?

Durch den kleinen Hub und die fehlende Zwangsrotation sind diese Maschinen diejenigen mit dem langsamsten Lackabtrag. Dafür ist der Preis sehr attraktiv, sie sind in diversen Varianten verfügbar, bieten hohe Sicherheit und ermöglichen dem Einsteiger ein gutes Polierergebnis mit hohem Lerneffekt.

Beispiele: LUPUS Autopflege CPS Pro Plus 8mm, DODO JUICE Buff Daddy Orbital Machine Polisher, Krauss Tools DB5800 S, RUPES BigFoot LHR 12 ES

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Exzenterpoliermaschinen ohne Zwangsantrieb mit großem Hub

Zu dieser Maschinengattung zählen alle Exzenterpoliermaschinen mit einem Hub, der größer ist als zwölf Millimeter. Das bedeutet also, dass sich die Poliermaschine um insgesamt 15 beziehungsweise 21 Millimeter bewegt. Das ermöglicht zum einen den höheren Abtrag durch erhöhte Reibung, aber auch die Bearbeitung von größeren Flächen in kürzerer Zeit.

Hazy - Grauschleier beim Polieren

Allerdings entsteht bei einer Schleifpolitur mit diesen Maschinen häufig auch ein Grauschleier, der so genannte Haze. Er resultiert aus dem gleichen Phänomen wie die Hologramme bei der Rotationpoliermaschine, äußert sich aber in der Vergrauung des Lackes. Diese kann mit einer feineren Politur aber leicht behoben werden und stellt kein Anwendungsfehler an sich dar.

Viel Hub für große Flächen

Poliermaschinen mit 21 Millimetern Hub eignen sich aber eher für sehr große Flächen, da sie in der Regel über einen 150 Millimeter Stützteller verfügen. Auch wenn bei einigen Modellen ein 125 beziehungsweise 130 Millimeter Stützteller verwendet werden könnte, liegt das Einsatzgebiet eher bei Booten, Flugzeugen oder Fahrzeugen mit vielen, großen Flächen. Das liegt auch daran, dass der Hub von 21 Millimetern dafür sorgt, dass man die Distanz zur Kante der zu polierenden Oberfläche schwer einschätzen kann. Weiterhin bleiben so große Teller auf konkaven oder konvexen Oberflächen schnell stehen.

Für wen sind Exzenterpoliermaschinen mit großem Hub geeignet?

Es gibt diese großhubigen Exzenterpoliermaschinen mittlerweile von diversen Herstellern. Günstige Modelle starten bei etwa 200 Euro. Die Top-Maschinen gibt es ab 350 Euro.

Exzenterpoliermaschinen ohne Zwangsantrieb mit großem Hub eignet sich für alle Anwender, die auf eine hohe Flexbilität verzichten können (Stützteller nicht wechselbar) und nicht mit einer Rotationspoliermaschine polieren möchten.

Beispiele:

RUPES LHR 15 ES, RUPES LHR 21 ES, KRAUSS Tools Shinemaster S15, KRAUSS Tools Shinemaster S21

 

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Exzenterpoliermaschine mit Zwangsantrieb

Eine Exzenterpoliermaschine mit Zwangsantrieb ist eine Exzenterpoliermaschine, bei der neben der orbitalen Bewegung auch die Rotation des Stütztellers durch den Motor angetrieben wird. Diese Eigenschaft bringt eine Reihe von Vorteilen mit sich. Mit diesen Maschinen entstehen trotz der Rotation keine Hologramme beim Polieren. Das liegt daran, dass die Poliermaschine nicht auf einer Stelle rotiert, sondern sich kontinuierlich orbital, also seitlich bewegt. Zusätzlich erhöht die motorbetriebene Rotation die Abtragskraft. Dadurch wird die Arbeit erleichtert und beschleunigt. Da der Stützteller nicht stehen bleiben kann, ist auch ein Verkanten kein Problem und kann sogar gewollt herbeigeführt werden, um an schmalen Stellen zu polieren oder den Abtrag zu erhöhen. Auch bei versehentlichem Verkanten bleibt der Stützteller nicht stehen.

Beim Polieren mit der Exzenterpoliermaschine mit Zwangsantrieb entsteht mehr Wärme, als bei einer „gewöhnlichen“ Exzenterpoliermaschine. Allerdings wird sich die Hitzeentwicklung im Gegensatz zu einer reinen Rotationspoliermaschine nicht kritisch entwickeln.

Ein Nachteil bei diesem Maschinentyp liegt im erhöhten Verschleiß der Polierpads. Das liegt daran, dass der Motor die Wärme an den Stützteller abgibt und so die Klebeverbindung zwischen Klett und Schaumstoff am Polierpad belastet wird. Außerdem komprimieren leistungsstarke Maschinen das Polierpad stark, sodass der Schaumstoff auch schneller verschleißt.

Ein weiterer Nachteil liegt in der mangelnden Flexibilität, da es aktuell kein Modell auf dem Markt gibt, bei dem ein kleinerer Stützteller verwendet werden kann.

Ein Einsteiger, der eine Maschine sucht, mit dem er das ganze Fahrzeug polieren kann, sollte vom Kauf dieser Maschinenart lieber absehen. Auch wird das versehentliche Verkanten häufig nicht bemerkt, da die Maschine in jeder Lage rotiert.

 

Für wen sind Exzenterpoliermaschinen mit Zwangsantrieb geeignet?

Exzenterpoliermaschinen mit Zwangsantrieb sind für Anwender geeignet, die eine erhöhte Abtragsleistung brauchen, aber trotzdem nicht auf die Vorteile einer Exzenterpoliermaschine verzichten wollen und außerdem über eine zusätzliche Maschine mit kleinem Stützteller verfügen.

Beispiele:

FLEX VRG 3401, Festool Rotex 125 oder 150 FEQ

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