Poliermaschine (Kaufkriterien)

Kaufempfehlungen und -tipps für Poliermaschinen

Kaufkriterium Budget

Beim Kauf der ersten Poliermaschine ist der Preis wohl eins der wichtigsten Kriterien. Neben der Poliermaschine stehen ja noch weiter Anschaffungen an, sodass der Preis für die Erstausstattung schnell 500 und mehr Euro betragen kann. Nachfolgend stellen wir unsere Kaufempfehlungen für verschiedene Budgets dar.

Unter 100 Euro

In dieser Preisklasse ist es sehr schwierig, eine neue und empfehlenswerte Poliermaschine zu finden. Die einzige Möglichkeit ist es, sich nach einer gebrauchten Poliermaschine umzusehen. Hier entfallen dann aber leider meist Garantie und Gewährleistung. Wir würden eher dazu raten, ein wenig mehr Budget einzuplanen.

100 Euro bis 300 Euro

In dieser Preisklasse tummeln sich viele gute Angebote. Sowohl Rotationsmaschinen, als auch Exzenterpoliermaschinen sind hier zu haben. Die Vielfalt reicht von Exzenterpoliermaschinen ohne Zwangsantrieb von 6 bis 21 mm Hub. Bei diesen Maschinen kann man leider noch keine Qualität im Sinne der große Marken erwarten, jedoch erhält man eine solide Poliermaschine zum fairen Preis

Die Verarbeitung dieser Maschinen ist solide, aber nicht perfekt. So finden wir ab und zu einige nicht entgratete Kunststoffkanten. Außerdem sind diese Maschinen meist recht laut. Die meisten Stromkabel in dieser Preisklasse sind ausreichend lang und stabil. Einige Maschinen haben hier jedoch Schwachstellen. Auf Grund der günstigeren Ersatzteile, kommt es bei dieser Maschinengattung im Vergleich zu teureren Maschinen häufiger vor, dass die Kohlen des Motors sich schnell abnutzen. Diese lassen sich jedoch auch selbst schnell wechseln. Viele Hersteller legen beim Kauf Ersatzkohlen bei. Alternativ sind diese auch separat erhältlich.

Insbesondere im Hinblick auf das Preis-Leistungs-Verhältnis ist die Verarbeitung insgesamt stimmig. Lediglich bieten die Hersteller von Maschinen in diesen Preisklassen selten eine Garantie, die über die gesetzliche Gewährleistung hinausgeht. Ersatzteile und Reparaturen führen die Hersteller in der Regel kostengünstig durch.

Poliermaschinen dieser Preisklasse sind für alle Anwender gut geeignet, die gelegentlich polieren. Auch die Polierdauer am Stück sollte nicht bei 8 Stunden liegen, da die Maschinen sonst mal überhitzen können.

Privat Labeling aus Fernost- eine Maschine, viele Gesichter

Viele Modelle aus der Preisklasse 100 bis 300 Euro stammen aus asiatischen Fabriken. Sowohl eigens entwickelte Modelle, als auch Nachbauten der großen Hersteller finden wir in dieser Gattung. Diese Maschinen werden von vielen Autopflegeherstellern als Privat Label eingekauft. Das bedeutet, dass im Werk lediglich Karton und Typenschild des jeweiligen Herstellers angebracht werden, die Maschine aber technisch identisch mit diversen Modellen ist. Sollte man verschiedene Maschinen finden, die optisch sehr ähnlich sind, kann davon ausgegangen werden, dass es sich um die gleiche Maschine handelt. Ein Blick auf die technischen Daten kann das bestätigen. Sollte man so eine Maschine finden, lohnt es sich die Preise verschiedenener Herstellern zu vergleichen, sofern die technischen Daten übereinstimmen.

Vorsicht ist hingegen geboten, wenn man optisch und angeblich technisch gleiche Modelle zu renommierten Marke wie Flex, Rupes und Festool findet. Hersteller, die ihre Maschinen optisch gleich bauen, wollen den Bekanntheitsgrad der Maschine ausnutzen. Leider verbirgt sich dahinter meist nur die gleiche Optik mit weitaus schlechterer Technik.

Beispiele (nicht abschließend):

Exzenterpoliermaschinen: KRAUSS Tools Shinemaster S15, KRAUSS Tools Shinemaster S21, LUPUS Autopflege CPS Pro Plus 8mm, DODO JUICE Buff Daddy Orbital Machine Polisher, Krauss Tools DB5800 S

Rotationspoliermaschinen: Kunzer 03PM07, Krauss Tools Superpolish P7

Ab 300 Euro

Hier finden sich alle anderen Poliermaschinen. Die Preise reichen in der Regel bis zu 700 Euro. Auch namenhafte Hersteller wie Rupes, Flex, Makita und Festool bieten Poliermaschinen in dieser Preisregion an.

Die Verarbeitungsqualität bei diesen Maschinen ist in der Regel besser, aber stark schwankend. Flex zum bietet sehr hochwertige knickarme Kabel standardmäßig an, die leider meist recht kurz sind. Dafür überzeugt die Anmutung der Maschinenteile sowie die Lautstärke und Ergonomie. Ersatzteile sind alle verfügbar und einen Reparaturservice bieten nahezu alle Hersteller an. Insbesondere die deutschen Hersteller Flex, Festool und Makita sind hier besonders zu erwähnen. Reparaturen von RUPES-Maschinen dauern in der Regel recht lange, da die meisten direkt in Italien durchgeführt werden. Fast alle Hersteller in dieser Preisklasse geben zwei oder mehr Jahre Garantie.

Poliermaschinen in dieser Preisklasse sind auch für den gewerblichen Einsatz ausgelegt. Auch wenn sie nach einigen Stunden heiß werden können, trotzen sie dem Dauereinsatz.

Beispiele:

Rotationspoliermaschinen: FLEX PE 150 14-2, FESTOOL RAP 150 Shinex, Makita CB9237

Exzenterpoliermaschinen: RUPES LHR 15 ES, RUPES LHR 21 ES, FESTOOL ROTEX 125 oder 150 FEQ, RUPES LHR 12 ES, FESTOOL ROTEX RO 90 DX, FLEX VRG 301, FLEX XFE 7-15 150 

Kaufkriterium Stützteller

Wie bereits hier beschrieben, verfügen einige Maschinen über einen wechselbaren Stützteller. Das hat den großen Vorteil, dass die Poliermaschine dadurch besonders flexibel wird, da man einfach einen kleinen Stützteller für schmale Bereich aufschrauben kann. Genauso bieten die Maschinen andersherum die Möglichkeit, einen großen Stützteller für große Flächen zu verwenden. Sollte es sich um die erste und vorerst einzige Poliermaschine handeln, sollte man diesem Kriterium entsprechende Priorität beimessen. Es ist wenig ärgerlicher, als nicht polierte Bauteile, weil der Stützteller zu groß ist.

Gerade beim Kauf einer Rotationspoliermaschine sollte darauf geachtet werden, dass diese über ein M14-Gewinde verfügt. Dadurch lassen sich diverse Stützteller anbringen. Bei den Rotationsmaschinen gibt es noch weit mehr Einflussfaktoren auf das Polierergebnis, die durch die Wahl des Stützteller beeinflusst werden. So kann zum Beispiel die Abtragsleistung durch einen harten Stützteller erhöht und die Hologrammbildung durch einen gedämpften Teller vermindert werden.

Kaufkriterium Leistung und Drehzahl

Beim Kauf einer Exzenterpoliermaschine unter 300 Euro sollte auf die Leistung geachtet werden. Maschinen mit weniger als 600 W eignen sich eher weniger für den anspruchsvollen Anwender. Sie verlangsamen den Polierprozess enorm. Optimal geeignet sind Poliermaschinen mit 900W.

Bei den Rotationspoliermaschinen ist das Drehzahlband entscheidender als die Leistung, die eigentlich außer Acht gelassen werden kann. Anders, als man im ersten Moment denken könnte, kommt es nicht auf die maximale, sondern auf die minimale Drehzahl an. Das Drehzahlband einiger Maschinen beginnt erst bei 900 Umdrehungen pro Minuten (U/Min) auf Stufe 1. Diese Drehzahl ist für das Einfahren der Politur häufig deutlich zu hoch, da die Politur unverteilt zum Spritzen neigt. Auch auf sehr empfindlichen Lacken und auf Kunststoffteilen kann diese Drehzahl zu hoch sein. Wir empfehlen Poliermaschinen die maximal bei 600 oder 750 U/Min starten. Das obere Drehzahlband, also Stufe 5 und 6 spielt nahezu keine Rolle. Die meisten Polierarbeiten finden bei Drehzahlen zwischen 1200 und 2000 U/Min statt. Das schaffen alle Maschinen.

Außerdem ist es bei allen Poliermaschinen unbedingt nötig, dass diese über eine Einstellmöglichkeit der Leistungsstufe verfügen. Bestenfalls lässt sich die Leistung stufenlos regeln.