Wasserflecken

Wasserflecken

sind Ablagerung von Mineralen aus dem Wasser. Wasserflecken entstehen meist, wenn wir die Scheiben oder den Lack nicht schnell genug abtrocknen. Dann verdampft das Wasser und auf dem Lack zurück bleibt das nicht wasserlösliche Calciumcarbonat- umgangssprachlich bekannt als Kalk.

 

 

Wasserflecken tauchen nicht immer auf, wenn das Auto nass wird. Warum nicht?

Wenn es richtig ordentlich regnet, wird das Auto nass und der ganze Staub/Partikel werden von den „horizontalen“ Flächen quasi weggewaschen, somit sind die Mineralien, die sich sonst ablagern könnten, weg. Der Regen an sich ist destilliertes Wasser. Außer in stark luftbelasteten Gebieten, da ist der Regen sauer und reich an Schadstoffen.

Aber auch hier passiert bei starken Schauern meistens nichts. Ist es aber nur ein kurzer Schauer, reicht die Wassermenge nicht aus um die Mineralien mit dem Wasser zu entfernen. Strahlt danach die Sonne entstehen Wasserflecken.

Genauso ist es, wenn das Auto unter Bäumen steht. Staub und Partikel sammeln sich auf den Blättern, mit dem Regen gelangen sie aufs Auto, beim eintrocknen können Wasserflecken entstehen.

Und natürlich auch wenn Leitungswasser aufs Auto kommt, sei es nach dem Waschen oder durch Bewässerungsanlagen etc. …das Wasser ist oft sehr kalkhaltig, beim Eintrocknen entstehen Wasserflecken.

 

 

Wie ich schon angedeutet habe, ist Kalk nicht wasserlöslich- hier liegt auch schon das große Problem. Wer einmal Kalkflecken auf einer Oberfläche ist, tut sich ohne Hintergrundwissen meist schwer mit der Entfernung.

 

Unser Ziel ist es, den Kalk wasserlöslich zu machen. In einer Wasserlösung würde das zum Beispiel über die Zugabe von Kohlenstoffdioxid funktionieren. Daraus entsteht im Wasser dann Kohlensäure.

 

Auf Glasflächen müssen wir diesen Effekt anders herbeiführen: Calciumcarbonat ist besonders empfindlich gegen Säuren. Die Säuren wandeln das nahezu unlösliche Calciumcarbonat in wasserlösliche Salze um. Für Glas eignet sich besonders Essig. Aus der Reaktion entsteht dann u.a. das wasserlösliche Salz Calciumacetat.

 

Es gibt 3 Typen von Wasserflecken auf dem Lack:

 

Typ 1: 

Leichte, Oberflächliche Wasserflecken, bei denen die Salze kürzlich erst abgelagert wurden und noch nicht weiter durch Umwelteinflüsse eingeätzt sind. Hierfür:

 

Für den Lack empfehlen wir eine geringer Dosierung von Essigessenz.

 

Für empfindliche Chromflächen, ist Essig nicht geeignet, da er die Oberfläche angreift. Hier können wir auf Citronensäure zurückgreifen. Es entsteht das wasserlösliche Calcium-Dicitrato-Komplex.

 

In der Praxis:

Mikrofasertuch in entsprechender Säure tränken (Für Glas Essigessenz pur oder 1:1, auf dem Lack 1:20 starten und bis zu 1:10 erhöhen bis Kalk gelöst wird) und vorsichtig über die gereinigte Oberfläche reiben. Anschließend mit sauberen Tuch und Glasreiniger (oder bei Lack z.B. APC) reinigen.

 

 

Typ 2:

Diese Wasserflecken sind schon etwas älter. Die Salze haben schön längere Zeit wirken können und haben die Oberfläche durch Umwelteinflüsse, z.B. Sonnenlicht schon angeätzt/korrodieren lassen. 

 

Diese Wasserflecken müssen zunächst chemische gesäubert werden (wie Typ 1). Anschließend bedarf es jedoch leider einer Politur, um die Verätzungen zu entfernen.

 

Typ 3:

Hier ist meist „Hopfen und Malz verloren“. Lange Wirkzeiten der Salze auf der Oberfläche haben die Folge, dass sich die Salze häufig tief in oder durch den Klarlack geätzt haben. 

 

Im Zweifelsfall könnte man versuchen, die Schäden durch Nass- oder Trockenschleifen zu beheben oder zumindest zu vermindern. 

 

Auch hochwertige Beschichtungen (siehe Coating) können Wasserflecken leider nicht verhindern, da sie in der Struktur einem Klarlack sehr ähnlich ist und den Salzen somit die gleiche Angriffsfläche bietet.

 

Davor schützen kann man sich, indem man auf das Coating einen sog. Quick-Detailer (siehe Sprühwachs) oder eine Polymerhaltige Versiegelung aufbringt, da diese Arten der Versiegelung Schutz gegen Wasserflecken bieten, da diese Oberflächen nicht korrodieren. Ein Carnauba-Wachs würde diesen Zweck auch erfüllen, hält jedoch nicht besonders lange- mehr dazu siehe Topping